“Runde Tische gegen häusliche Gewalt im Märkischen Kreis” ziehen positive Bilanz zu Veranstaltungsreihe “Runde Tische gegen häusliche Gewalt im Märkischen Kreis” ziehen positive Bilanz zu Veranstaltungsreihe
Iserlohn (PM Stadt Is.) „Jede und jeder hat das Recht auf ein gewaltfreies Leben“ ist der Titel einer Veranstaltungsreihe der Runden Tische gegen häusliche Gewalt... “Runde Tische gegen häusliche Gewalt im Märkischen Kreis” ziehen positive Bilanz zu Veranstaltungsreihe

News aus IserlohnIserlohn (PM Stadt Is.) „Jede und jeder hat das Recht auf ein gewaltfreies Leben“ ist der Titel einer Veranstaltungsreihe der Runden Tische gegen häusliche Gewalt im Märkischen Kreis, die von Oktober bis Dezember mit insgesamt sechs Einzelterminen in Iserlohn, Hemer, Lüdenscheid und Plettenberg  ganz unterschiedliche Aspekte aufgegriffen hat. Anlässlich des letzten Sitzungstermins des Runden Tisches in diesem Jahr zogen die Veranstalterinnen aus dem Nordkreis am Mittwoch eine positive Bilanz.
Organisiert wurden die Veranstaltungen vor Ort jeweils von den städtischen Gleichstellungsstellen und weiteren Kooperationspartnerinnen und -partnern.

In Iserlohn stand das Thema Zwangsheirat im Mittelpunkt, das sowohl im Rahmen einer Fortbildung für Pädagoginnen und Pädagogen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Beratungsstellen bearbeitet wurde, als auch bei einer Info-Veranstaltung für rund 250 Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs an der Hansaallee. Dort berichtete die Referentin Fatma Bläser von der Kölner Fachberatungsstelle Hennamond aus ihrer eigenen Lebensgeschichte. Sie zeigte Wege auf, mit der konkreten Bedrohung durch Zwangsverheiratung oder Konflikten, die aus einem patriarchalisch geprägten Ehrbegriff entstehen, umzugehen. Da sie selbst Betroffene und bis heute von Ehrenmord bedroht ist, weiß sie um die vielfältigen Verstrickungen und Schwierigkeiten, denen junge Frauen und Männer ausgesetzt sind, die sich dem Druck durch ihre Familien zu entziehen versuchen, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Sie hat den Verein Hennamond gegründet, um ihnen dabei überlebenswichtige Unterstützung anzubieten. Dass es sich dabei leider nicht um einige wenige Einzelfälle handelt, zeigte sich auch nach der Schulveranstaltung, als die Referentin noch auf dem Heimweg fünf Anrufe von Schülerinnen erreichten, die bei  Fatma Bläser Rat und Hilfe suchten.

Anlässlich des internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November hatte die Gleichstellungsstelle der Stadt Iserlohn gemeinsam mit der Frauenarbeit im Evangelischen Kirchenkreis und dem Iserlohner Zonta-Club zu einem Filmabend in das Varnhagenhaus eingeladen.
Berührend, behutsam und äußerst sensibel beschreibt die finnische Regisseurin Kirsi Marie Liimatainen in ihrem Film „Festung“ die häusliche Gewalt gegen Frauen in ihrer schrecklichsten Form: in ihrer seelischen Auswirkung. Die Scham der Opfer, die Angst der Kinder und die Ignoranz des sozialen Umfeldes verurteilt die Leidtragenden zu passiver Hinnahme, versteckter Angst und Lügen.
Dass dies die traurige Realtität vieler Frauen und ihrer Kinder ist, konnte auch die Leiterin des Iserlohner AWo-Frauenhauses, Anna Müller, aus dem anschließenden Gespräch berichten, bei dem unter anderem die Frage thematisiert wurde, warum es für die Betroffenen so schwer ist, sich der Situation zu entziehen.

In der Hans-Prinzhorn-Klinik stellte die Autorin Sabine Habicht ihr Buch „Wo ist Licht“ vor rund sechzig Zuhörerinnen und Zuhörern vor, größtenteils therapeutisches Fachpersonal, aber auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Beratungseinrichtungen und andere Interessierte. Sie beschreibt darin ihre Anfang der 90er Jahre erlebte Vergewaltigung und ihren persönlichen Bewältigungsprozess von anfänglicher Verdrängung über das Erleiden schwerwiegender traumatischer Folgesymptome bis hin zu einem mühevollen Neubeginn und zur Rückkehr in einen normalen Alltag für sich und ihre Kinder. Besonders auch die anschließende Diskussion machte deutlich, wie wichtig die Reflektion des gesamten Prozesses aus Perspektive des Opfers für die erfolgreiche therapeutische Arbeit tatsächlich ist.
Zu der Veranstaltungsreihe im letzten Jahr gehörte auch eine Plakataktion für den südlichen Märkischen Kreis. Das Motiv der Veranstaltungsreihe wurde dabei aufgegriffen und mit den Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern in der Region, wie Polizei, Opferschutz, Frauenberatungsstelle etc. sowie einigen weiterführenden Internet-Angeboten versehen. Diese Plakate wurden in öffentlichen Einrichtungen aufgehängt, um Betroffenen Zugänge zu Hilfeangeboten aufzuzeigen. Wegen der guten Resonanz wurde eine weitere Auflage im Nachgang der Veranstaltungsreihe für Werdohl konzipiert. Dieses erfolgreiche Konzept möchte die Arbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsstellen im MK nun für den gesamten Kreis erneut aufgreifen und umsetzen.

Redaktion

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