„Großeinsatzlage“ aufgehoben – Aufräumarbeiten gehen weiter Märkischer Kreis. (pmk) Die „Großeinsatzlage“ im Märkischen Kreis ist am Donnerstag um Mitternacht aufgehoben worden. Entwarnung bedeutet das... Hochwasserlage in Iserlohn – Bürgertelefon unter 02371 / 217-1234

„Großeinsatzlage“ aufgehoben – Aufräumarbeiten gehen weiter

Altena und Nachrodt sind besonders schwer vom Hochwasser betroffen. Foto: Alexander Bange / Märkischer Kreis

Märkischer Kreis. (pmk) Die „Großeinsatzlage“ im Märkischen Kreis ist am Donnerstag um Mitternacht aufgehoben worden. Entwarnung bedeutet das noch nicht. Immer noch gibt es viele Einsätze im Kreisgebiet. Ein Überblick.

Der Regen hat aufgehört. Die Wasserpegel von Hönne, Lenne und Volme fallen. Trotzdem ist das Ausmaß der Schäden im Märkischen Kreis nach dem Unwettertief „Bernd“ enorm. Ergiebige Starkregenfälle hatten am Mittwoch kreisweit für überflutete Straßen und Häuser, Erdrutsche, überschwemmte Industriegebiete und vollgelaufene Keller gesorgt. Am Mittwoch um 14.15 Uhr war eine „Großeinsatzlage“ ausgerufen worden. Seitdem sind Hunderte Einsatzkräfte für die Menschen im Kreis unterwegs, um vor Ort zu helfen und da, wo es möglich ist, Schadensbegrenzung zu betreiben. Ein Überblick nach zweieinhalb Tagen Ausnahmezustand.

 Besteht noch die „Großeinsatzlage“?
Nein. Die „Großeinsatzlage“ ist in der Nacht von Donnerstag auf Freitag (um Mitternacht) aufgehoben worden.
 Sind überörtliche Einsatzkräfte noch vor Ort?
Räumungskräfte des THW aus dem Regierungsbezirk Arnsberg sind noch im Märkischen Kreis im Einsatz. Alle anderen überörtlichen Einsatzkräfte sind in der Nacht von Donnerstag auf Freitag abgerückt – die letzten um 2 Uhr. Insgesamt waren mehr als 300 Einsatzkräfte aus den Regierungsbezirken Arnsberg und Detmold im Märkischen Kreis im Einsatz. „Alle Einsatzkräfte haben Unmenschliches geleistet – ganz gleich, ob sie aus dem Märkischen Kreis kommen, oder aus anderen Landesteilen mit zum Teil langen Anfahrtswegen, um uns und den Menschen hier vor Ort zu helfen“, sagt Landrat Marco Voge.
 Tote und Verletzte?
Wie berichtet, sind zwei Feuerwehrmänner aus Altena (46 Jahre) und Werdohl (52 Jahre) ums Leben gekommen. Vier Feuerwehrmänner wurden bislang verletzt – zwei durch Stromeinwirkung, zwei mit Brandverletzungen.

 Was passiert jetzt und in den nächsten Tagen?
Mehr als 100 Einsatzkräfte sind weiterhin in den Städten und Gemeinden vor Ort. Altena und Nachrodt sind besonders schwer betroffen. Hier gibt es weiterhin Bereiche, die von außen nicht zugänglich sind. Die Feuerwehreinsatzkräfte ermitteln darüber hinaus, welche Gebäude und Straßen noch tragfähig sind, und pumpen unter anderem Gewerbebetriebe und Keller leer. „Das wird auch noch einige Tage andauern“, sagt Kreisbrandmeister Michael Kling.

 Die gute Nachricht:

Die Pegelstände von Hönne, Lenne und Volme sinken, Stand Freitag, 15 Uhr. Ob das auf Dauer so bleiben wird, darüber möchten die Verantwortlichen aber nicht spekulieren.

 Dringender Appell!

Weiterhin gilt: Der Märkische Kreis und die Kreisleitstelle appellieren eindringlich an betroffene Bürgerinnen und Bürger, überflutete Kellerräume nicht zu betreten. In überfluteten Räumen sollten auf keinen Fall elektrische Gegenstände genutzt werden – es besteht weiterhin Lebensgefahr!

 Unglaubliche Hilfsbereitschaft!

„Das ist überragend“, sagt Kreisbrandmeister Michael Kling über den „Riesenansturm“ an Hilfsangeboten, den die Einsatzkräfte mittlerweile erreicht – angefangen von Privatleuten, Unternehmen bis hin zu Handelsketten. Viele Bürgerinnen und Bürger melden sich. Sie sollten sich bitte nur nicht an die Notrufnummer 112 wenden, sagt die Leitstelle, weil die 112 für Notfallsituationen freigehalten werden muss.

Hochwasserlage in Iserlohn – Bürgertelefon unter 02371 / 217-1234

Iserlohn. (PM Stadt Is.) Das Schlimmste scheint überstanden. Nach Mitteilung der Feuerwehr von heute Morgen gibt es aktuell für sie keine offiziellen Einsätze mehr aufgrund des Hochwassers.

Auch die Lage auf den Campingplätzen im Iserlohner Norden, die sich gestern neben den Einsatzschwerpunkten Lasbeck, Auf der Insel in Letmathe, und Grüner Tal ergeben hatte, ist nicht mehr dramatisch. In allen Bereichen laufen mittlerweile die Aufräumarbeiten. Im Ortsteil Lasbeck ist die Firma Lobbe heute bereits im Einsatz und sammelt Sperrmüll ein. Die Stadt Iserlohn versucht, die Abfälle in allen durch das Hochwasser betroffenen Straßen und Bereichen möglichst kurzfristig abfahren zu lassen.

Bei einem Ortstermin mit THW-Fachleuten, Feuerwehr, Bauordnung, Ordnungsamt und Bürgermeister Michael Joithe, der gestern Abend in Lasbeck stattgefunden hat, konnte geklärt werden, dass die Bewohner, die aufgrund des Hochwassers ihre Häuser und Wohnungen verlassen mussten, weitestgehend zurückkehren können. Die Stadtwerke haben mitgeteilt, dass der Strom heute im Laufe des Tages wieder eingeschaltet werden wird. Ausgenommen sind hier lediglich einige Häuser, bei denen zunächst eine Überprüfung der Anschlüsse erfolgen muss. Das gilt allerdings nicht für ein Haus, das von den Wassermassen unterspült wurde und bei dem nun die Statik geprüft werden muss. Dieses Gebäude wurde von der Stadt versiegelt und darf bis auf Weiteres nicht betreten werden. Bei vier weiteren Häusern müssen die Eigentümer ebenfalls eine Untersuchung der Statik durchführen lassen, die Bewohner dürfen jedoch in ihre Wohnungen, zum Aufräumen und um wichtige Dinge zu holen.

Bürgermeister Joithe hat sich seit Beginn des Hochwassers immer wieder direkt vor Ort ein Bild über die jeweils aktuelle Lage gemacht: „Ich bin sehr froh, dass sich die Situation langsam wieder normalisiert und wir hier keine Verletzten oder sogar Menschenopfer zu beklagen haben, wie es in anderen Hochwasser-Gebieten leider der Fall ist. Mein großer Dank und meine höchste Anerkennung gilt allen Männern und Frauen von Feuerwehr, Polizei, DRK, THW, DLRG, Ordnungsamt, SIH und Stadtwerken, die unermüdlich im Einsatz waren und zum Teil noch sind. Zutiefst beeindruckt hat mich auch das große bürgerschaftliche Engagement, die Nachbarschaftshilfe, die schnelle und unbürokratische Hilfe durch den Verein „Bürger helfen Bürgern“ und auch die Hilfsangebote von Unternehmen und Firmen. Auch Ihnen allen gilt mein Dank und meine höchste Anerkennung“.

Bürgertelefon der Stadt
Die Stadt Iserlohn hat zur Hochwasserlage in Iserlohn ein Bürgertelefon eingerichtet. Es ist an diesem Wochenende unter der Telefonnummer 02371 / 217-1234 zu folgenden Zeiten erreichbar: Heute bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag jeweils von 9 bis 13 Uhr sowie Montag von 8 bis 16 Uhr. Wer Fragen zum Thema Hochwasser in Iserlohn hat oder Hilfsangebote machen möchte, kann sich gerne dort melden.

Redaktion

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