Der Olympiasieg war zum Greifen nah, ehe die „Olympic Athletes from Russia“ durch Nikita Gusev in der letzten Minute doch noch den Ausgleich erzielten.... Die beeindruckende Entwicklung des deutschen Eishockeys setzt sich fort

Der Olympiasieg war zum Greifen nah, ehe die „Olympic Athletes from Russia“ durch Nikita Gusev in der letzten Minute doch noch den Ausgleich erzielten. In der Overtime gewannen die Russen schließlich glücklich. Auch wenn die NHL-Spieler in Pyeongchang nicht dabei waren, handelte es sich nichtsdestotrotz um den größten Erfolg aller Zeiten. Ein Trend setzt sich fort. Aber nach der zweiten Niederlage gegen die USA, hat das DEB-Team noch eine Chance auf den Pokal? 

Viertelfinaleinzug nur noch Formsache

Wer sich die aktuelle Eishockey-Weltmeisterschaft anschaut, der wird verwundert aufblicken, wenn er die letzten Jahre nicht so oft dabei war. In vier Spielen feierte die deutsche Nationalmannschaft vier Siege nach 60 Minuten. Mit 12 schnellen Punkten ist der Viertelfinaleinzug damit so gut wie sicher. Vier Siege nach vier Spielen konnte einer Mannschaft des DEB zuletzt laut Recherchen des kicker im Jahr 1930 vorweisen. Am Ende stand damals die Vizeweltmeisterschaft.

Diesem einen Titel jagt Deutschland auch 89 Jahre später noch hinterher. Dennoch muss man konstatieren, dass die aktuelle Leistungsdichte so hoch wie lange nicht mehr ist. Olympia-Silber war dabei nur ein folgerichtiger Höhepunkt, seit der DEB gemeinsam mit der Deutschen Eishockey Liga (DEL) vieles richtig macht. Seit 2007 ist Deutschland nach dem Aufstieg wieder in der A-WM präsent, wäre 2009 abgestiegen, aber sicherte sich dank der Gastgeberrolle im Folgejahr die Klasse.

Dort begann letztlich der Aufwärtstrend, von dem das deutsche Eishockey noch heute zehrt. Mit einem detailverliebten und hochmotivierten Trainer Uwe Krupp drehte die Mannschaft bei der Heim-WM richtig auf und holte einen überragenden 4. Platz. In den Jahren 2011, 2016 und 2017 folgten weitere Viertelfinalteilnahmen. Marco Sturm, der nach Krupp, Kölliker und Cortina tätig war, erwies sich wie derwesten.de beschrieb auch bei den Weltmeisterschaften als Glücksfall.

Toni Söderholm beweist es den Experten

 

Nach seinem Abgang kam der Finne Toni Söderholm, der seine aktiv Karriere in München beendete und damit einen Fuß in die Tür beim DEB setzte. Der Journalist Pietro Nicolodi von Sky bezweifelte im Betway Blog, dass es innerhalb der Mannschaft die Bereitschaft gäbe, die Arbeit abseits der NHL-Stars wie Leon Draisaitl zu machen. Doch mit großartiger Einstellung bewies die Mannschaft von Söderholm, dass sie mit viel Euphorie zu allem in der Lage ist.

Die großen Aufgaben warten freilich noch, doch mit dem Erreichten zeigte das Team schon jetzt, dass sie in der IIHF-Weltrangliste zurecht auf Platz 8 steht. Ehemals stärker eingeschätzte Nationen wie Dänemark, die Slowakei oder Lettland dürfen sich mittlerweile den DEB in der K.o.-Runde anschauen. Der nächste Schritt wird ungleich schwieriger, weil Länder wie die Schweiz, Tschechien und Finnland vor Deutschland stehen. Wenn der Trend anhält, sind jedoch auch diese Teams auf lange Sicht hin angreifbar. Die Grundlagen sind gelegt.

Redaktion

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