• Verfahrenseröffnung wesentliche Grundlage für den weiteren Sanierungskurs mittels Insolvenzplan • Geschäftsbetrieb wird ohne Einschränkung fortgeführt • Im Zuge einer notwendigen Anpassung der Personalstruktur... Amtsgericht bestätigt Eigenverwaltungsverfahren von Drahtwerk Lötters

• Verfahrenseröffnung wesentliche Grundlage für den weiteren Sanierungskurs mittels Insolvenzplan

• Geschäftsbetrieb wird ohne Einschränkung fortgeführt

• Im Zuge einer notwendigen Anpassung der Personalstruktur wurde 29 Arbeitnehmern das Angebot unterbreitet, in eine Transfergesellschaft zu wechseln

Hemer. (PM Feldmann) Das Amtsgericht in Hagen hat dem Antrag der Drahtwerk Friedr. Lötters GmbH & Co. KG auf Fortsetzung des Eigenverwaltungsverfahren stattgegeben und damit den Sanierungskurs des inhabergeführten Familienunternehmens bestätigt.

„In den vergangenen Wochen haben wir unseren Geschäftsbetrieb stabilisiert und zugleich wesentliche Grundlagen für die Restrukturierung des Unternehmens gelegt“, sagt Robin Lötters, geschäftsführender Gesellschafter der Drahtwerk Friedr. Lötters GmbH & Co. KG, der sich über die Bestätigung der Eigenverwaltung freut. Die wesentlichen Beteiligten, zu denen der Gläubigerausschuss, der Sachwalter und die finanzierenden Banken zählen, haben bekundet, das Sanierungskonzept der Geschäftsleitung zu unterstützen. Der Betrieb wird derweil unverändert fortgeführt. „Alle Kunden werden in vollem Umfang, in gewohnter Qualität und mit der bewährten Fachkompetenz von uns weiter betreut“, ergänzt Lötters. Zusammen mit dem Restrukturierungsbevollmächtigten des Drahtwerks wird Lötters nun kurzfristig einen Insolvenzplan ausarbeiten, der dazu dient, das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen. „Unser Ziel ist es, Lötters langfristig zu erhalten und möglichst viele Arbeitsplätze in Hemer zu sichern“, sagt Rechtsanwalt Dr. Dirk Andres von der Kanzlei AndresPartner, der das Unternehmen mit seinem Team, zu dem die Partner Andreas Budnik und Alexander Müller zählen, während des Prozesses begleitet. Um das Unternehmen zu erhalten, sind allerdings Anpassungen im Bereich der Personalstruktur unumgänglich. 29 Arbeitnehmern wurde im Zuge dessen das Angebot unterbreitet, in eine Transfergesellschaft zu wechseln, die sie auf eine Neuorientierung auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. Neun Arbeitsplätze entfallen z.B. durch den Auslauf von Befristungen. „Die Personalanpassung ist entscheidend dafür, dem Unternehmen und den verbleibenden rund 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Perspektive zu ermöglichen“, erklärt Andres und betont: „Nur unter dieser Prämisse werden wir unseren Kurs fortsetzen können.“

Die Drahtwerk Friedr. Lötters GmbH & Co. KG hatte Anfang September 2019 einen Antrag auf Eröffnung eines Eigenverwaltungsverfahrens gestellt. Die wirtschaftliche Situation des Unternehmens sowie die Marktentwicklung hatten es erforderlich gemacht, einen Prozess in Gang zu setzen, das Unternehmen neu aufzustellen. Dabei nutzt das Unternehmen die gesetzlichen Möglichkeiten, die zur Restrukturierung und Sanierung erforderlichen Maßnahmen gezielt in eigener Verantwortung zu erarbeiten und kurzfristig umzusetzen. Bei ihrem Vorhaben wird die Geschäftsführung durch den Düsseldorfer Restrukturierungsexperten Dr. Dirk Andres von der Kanzlei AndresPartner unterstützt, der mit seinem erfahrenen Team bereits eine Vielzahl von Unternehmen bei ihrer Eigenverwaltung erfolgreich begleitet hat. Der sanierungserfahrene Rechtsanwalt Dr. Jan Janßen ist vom zuständigen Amtsgericht beauftragt, das Unternehmen während des gesamten Eigenverwaltungsverfahrens zu überwachen und die Interessen der Gläubiger zu wahren.

 

Weitere Informationen

Die Drahtwerk Friedr. Lötters GmbH & Co. KG produziert Qualitätsdrähte im Abmessungsbereich von 0,18 bis 4,90 mm. Die Kernkompetenzen umfassen das Ziehen von Eisendraht und anderen Werkstoffen, sowie die anschließende elektrolytische Veredelung bzw. Extrusionsbeschichtung. Lötters Draht fertigt anwendungsbezogen in verschiedenen Spezifikationen und Oberflächen, wie z.B. blankgezogen, verzinkt, verzinnt, vernickelt oder mit Polymerbeschichtung. Das Unternehmen wurde 1912 gegründet und steht seit nunmehr vier Generationen im engen Dialog mit seinen Kunden. Im Hemer werden zwei Werke betrieben. Zum Stichtag der Antragstellung waren dort rund 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Das internationale Geschäft läuft über Auslandsgesellschaften und Vertriebsbüros in Polen, Brasilien, Indonesien und den USA.

Redaktion

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